dornheim-franken.de Dornheim "Über die Gründung selbst sind geschichtliche Urkunden nicht vorhanden. Doch dürfte sie in die Zeit zwischen 600 und 700 fallen als Gründung im geschützten Tal, an guter Quelle durch einen fränkischen Grundherren. Jedenfalls schenkte der Fränkische Hausmeier Karlmann dem neugegründeten Bistum Würzburg im Jahre 742 königl. Güter und die Kirche zu Dornheim (Kleindornheim). lm Jahre 816 wird "villa Dornheim" wiederum urkundlich genannt. Die Umgrenzung eines Wildbannes auf dem Steigerwald vom 5.9.1023 gibt an, dass dieser Wildbann über Klein-Dornheim nach Krassolzheim geführt hat. lm Jahre 1435 wird Dornheim in Urkunden bereits als Marktflecken genannt und kommt als solcher mit dem Schloß und Amt Landsberg an die Herren von Schwarzenberg. Das Jahr 1462 brachte in der Auseinandersetzung zwischen dem Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg und dem Würzburger Bischof Johann lll. für Dornheim schwere Zeiten. Nach vorher vergeblicher Belagerung erschienen die bischöflichen Truppen am 8.7.1462 zum zweiten Mal und brannten den Ort nieder. Viele Schicksalsschläge musste Dornheim in den Zeiten der Reformation, des Bauernkrieges, des 30jährigen Krieges und des 2. Koalitionskrieges hinnehmen. Hohe Kontributionen, laufende Einquartierungen usw. holten das Letzte aus der Einwohnerschaft heraus, ungebrochen war trotzdem der Lebenswille der Dornheimer. Am 25. September 1806 haben die Bayern dann ihre Wappen im Schwarzenberigschen angeschlagen und seit dieser Zeit ist auch Dornheim bayerisch. Die Schwarzenbergische Herrschaft blieb seitdem nur auf das sogenannte Patronatsrecht beschränkt." Soweit unser Zitat. Nachzutragen ist: Schon im frühen Mittelalter war Dornheim ein Marktflecken, umgeben von Mauern, Toren und Gräben. lm 14. Jahrhundert hatten die Grafen von Castell, die Herren von Hohenlohe und das Kloster Ebrach hier ihre Güter. Auch die Linie der "Fuchs" war hier beheimatet, eine ihrer Hauptlinien führte den Namen "Fuchs von Dornheim". Nach alten Überlieferungen soll in der Nähe des Kirchhofes früher ein Schloß des Freiherren Fuchs von Bimbach und Dornheim gestanden haben. Während der Reformationszeit traten Johann ll. von Schwarzenberg, sein Enkel Graf Johann und ein großer Teil der Einwohnerschaft freiwillig zur neuen Glaubenslehre über. 1540 bis 1550 wurde die Pfarrei mit einem evange- lischen Pastor besetzt. Hier verlieren sich leider die Aufzeichnungen und werden erst im Jahrve 1620 wieder fortgeführt, als der evangelische Pfarrer des Ortes vertrieben wird. 1627 kommt der erste katholische Geistliche in die Gemeinde der durch die Schweden vertrieben wird und 1635 wieder ins Dorf zurückkehrt. Erst 1648, nach dem Westfälischen Frieden, kehrt wieder Ruhe ins Dorf. Da aber waren bereits die meisten Einwohner umgekommen, und Wölfe machten das Dorf unsicher. Es dauerte lange bis nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder Leben in die verödeten Häuser und Straßen einkehrte. Wie groß die Not damals war, lässt sich daran ermessen, dass die Bürger ihr Marktrecht gegen einige Lebensmittel nach Herrnsheim gaben. 1791 wurde an Stelle der alten baufälligen Kirche die neue Barock- kirche erbaut. Der Entwurf zu dieser Kirche stammt aus der Schule Balthasar Neumanns. Die neue Kirche wurde am 1. Dezember 1793 zu Ehren des Hl. Laurentius geweiht. ln der Kirche hing eine Glocke aus dem Jahre 1398. Das neue Gotteshaus, an der auch die evangelischen Einwohner mitgebaut hatten, wird fortan von beiden Konfessionen genutzt. 65 Jahre später beginnen die evangelischen Gläubigen mit dem Bau einer eigenen Kirche die 1858 fertiggestellt wird. Die "dornenreiche" Geschichte und das schwere Leiden des Dorfes setzen sich mit den beiden Weltkriegen fort. Schon der 1. Weltkrieg hatte mit zahlreichen Gefallenen in vielen Familien schmerzliche Lücken hinterlassen. Das Ende des 2. Weltkrieges wurde für das Dorf noch schlimmer. Am 9. April 1945 war eine deutsche Panzerkolonne in Dornheim eingefahren. Die Amerikaner vermuteten deshalb hier starke deutsche Kräfte, die versuchen würden, den Gegner möglichst lange aufzuhalten. Das bedeutete für den kleinen Ort innerhalb von zwei Tagen die fast vollständige Vernichtung. Am Montag belegten die Amerikaner Dornheim von Willanzheim aus mit schwerem Artilleriefeuer. Viele Wohnhäuser, die evangelische Kirche, Schule und Pfarrhaus wurden schwer getroffen. Am Dienstag, 10. April, folgte ein Fliegerangriff, der Dornheim zu 85 % zerstörte. Acht Jagdbomber griffen am frühen Nachmittag mit Phosphor- und Sprengbomben an. ln kurzer Zeit stand das westliche Dorf in Flammen. Auch die katholische Kirche und das Pfarrhaus brannten. Die deutschen Soldaten zogen sich über den Fischhof und das Forsthaus in den Wald zurück, wo es nochmals zu heftigen Kämpfen kam. Nach zwei schrecklichen Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg wurde Dornheim in diesen schweren Kriegstagen abermals zum Trümmerhaufen. Gelähmt vor Entsetzen standen die Dornheimer damals vor den Zerstörungen. Auch das schöne Fachwerk- Rathaus lag in Schutt und Asche und war unwiederbringlich verloren. Doch wieder siegte der Lebenswille. Und mit den Kriegsheimkehrern machten sich die Dornheimer an die Aufbauarbeit. Hilfe für den Wiederaufbau war willkommen, und als der heute bekannte Schlepperhersteller Xaver Fendt 1949 der am meisten zerstörten Landgemeinde in Bayern einen Bulldog zukommen ließ, fiel die Wahl auf Dornheim. Das "Dieselroß" wurde im Juli 1949 feierlich übergeben. Die Gemeinde Dornheim dankte dem damaligen Bayerischen Landwirtschaftsminister Dr. Alois Schlögl seine Verdienste mit dem Ehrenbürgerrecht. Zum Feuerwehrfest 1989 präsentiert sich Dornheim als schmuckes Dorf. ln den 60iger und 70iger Jahren wurden die Straßen des Ortes gerichtet, die Dorfstraße erhielt das ursprüngliche Kopfsteinpflaster. Bereits 1964 hatte die Gemeinde Dornheim ihrer Freiwilligen Feuerwehr ein neues Gerätehaus gebaut. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform musste sich die Gemeinde Dornheim 1972 einer größeren Kommune anschließen und wurde, wie auch die Nachbargemeinden, zu einem Stadtteil von lphofen. Nach Willen dieser Reform wird unsere Gemeinde vom Landkreis Scheinfeld in den Landkreis Kitzingen umgegliedert. Ein ehemals mittelfränkisches Dorf gehört jetzt zu Unterfranken. ln diese Zeit fiel die Erweiterung des Friedhofes und der Bau einer Aussegnungshalle. Wenn die Dornheimer auch viele Wünsche, vor allem die nach einem eigenen Baugelände, bisher hinter die Interessen der Stadt lphofen zurückstellen mussten, so sind sie dennoch nicht unzufrieden mit den Segnungen einer größeren Kommune. Die öffentlichen Rasenflächen werden gepflegt und man sorgt mit Erfolg für mehr Grün im Dorf. Nach einer ersten Flurbereinigung 1949 kam es 1968 zur Bereinigung der Felder und Wiesen am Fischhof. Der Rechtlerwald wurde abgelöst und Gemeindeeigentum. lm Zuge einer Flächenzusammenlegung wurden ab 1978 die wichtigen Wirtschaftswege in der Gemarkung ausgebaut. Mit dem Bau erster Betonstraßen hatte die Gemeinde Dornheim bereits 1963 begonnen. Bis ins Jahr 1986 ließen die Dornheimer Schützenkammeraden ihre Pläne reifen und bauten am westlichen Dorfrand ein schmuckes Schützenhaus. Es wird als Treffpunkt und Versammlungsort vom ganzen Dorf gerne angenommen und gilt als Beweis dafür, was die Dornheimer mit Eigeninitiative und Gemeinschaftssinn schaffen können. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes macht auch vor Dornheim nicht halt. Die Dornheimer bleiben heimatverbunden, doch erwirtschaften sie heute ihren Lebensunterhalt nicht mehr nur durch die Landwirtschaft. Viele arbeiten heute in nahen Gewerbe- und Industriebetrieben. Um heimatverbundenen jungen Menschen auf die Dauer einen Platz in Dornheim sichern zu können, bedurfte es noch Entscheidungen des lphöfer Stadtrates, um das reizvolle an einem Südhang gelegene Bauerwartungsland zu erschließen. 1992 wurde dieses Gebiet schließlich als Bauland ausgewiesen. Ebenfalls 1992 wurden die vielen privaten Anstrengungen zur Dorfverschönerung belohnt. Dornheim erreichte im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" auf Kreisebene die Goldmedaille und auf Bezirksebene die Bronzemedaille. Das schon immer bewährte Zusammengehörigkeitsgefühl der Dornheimer zeigte sich auch 1993 bei der Errichtung des Bolzplatzes für unsere Jugend. Hier konnte durch finanzielle Hilfen, durch Hilfs- und Spanndienste der Bürger, der Schützengesellschaft Dornheim und der Freiwilligen Feuerwehr Dornheim die Stadt lphofen bei der Erschließung im Jahr 1996 entlastet werden. Dieses Projekt wurde auch von der Jagdgenossenschaft mit einer Spende von 9.000 DM unterstützt. Durch das ausgeschriebene Baugebiet und die gleichzeitig gesteigerte Bautätigkeit in den Dörfern wurde die Erstellung einer Gruppenkläranlage in Mönchsondheim notwendig. An ihr beteiligte sich die Dornheimer Bürgerschaft mit einen Betrag von ca. 2,7 Millionen DM. (Eine Erweiterung der Dorfgeschichte ist in Arbeit) Für diese Niederschrift wurden folgende Veröffentlichungen genutzt.   Matthäus Lang, zur Geschichte Dornheims (aus Festschrift der Dornheimer Schützengesellschaft 1965), Andreas Brombierstäudl, lphofen - Eine Stadt im Wandel der Zeit (1983), Fränkische Landeszeitung (April 1965) Main-Post (Ausgaben vom 9. und 10. April 1985, geschrieben von Hubert Griebel). Der Beitrag zur Dorfgeschichte wurde recherchiert und verfasst von Christoph Volkmann und ergänzt von Peter Diehm. Unser Dank gilt allen, die mit lnformationen dazu beigetragen haben. Impressum Kontakt Datenschutz